Category Archives: A&W

Nachhaltig Bauen zwischen Hightech und Wunschdenken

Das Bauwesen ist für rund 40 Prozent der weltweiten CO2 Emissionen verantwortlich. Besserung ist kaum in Sicht. Kann „neue Einfachheit“ die Rettung bringen?

Nachhaltig zu bauen, so geht aktuell ein Witz unter Architekten, sei wie Teenager-Sex: Alle reden davon, doch die wenigsten tun es. Und die, die es machen, machen es schlecht. So bringt Humor das Dilemma heutigen Bauens auf den Punkt: Plakative Statements zur Nachhaltigkeit sind allerorts zu finden, die Versprechen jedoch werden oft nicht eingelöst. Und: Gute Architektur entsteht weder durch hervorragende Dämmwerte noch durch geringen CO2-Fußabdruck – so wenig wie biologisch angebaute Zutaten etwas über den Geschmack des Essens aussagen.

Bauen mit Licht

A&W 2/2018  Tageslicht ist das Medium, zu dem sich jedes Bauwerk verhalten muss. Nur wenige Architekten verstehen damit meisterlich unzugehen – sie erschaffen Räume von mystischer Schönheit.  Es ist eine Kuppel, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Kaum 36 Meter hoch aber mit 180 m Durchmesser wölbt sie sich schützend über eine Ansammlung […]

Stadt statt Siedlung – der Deutsche Werkbund geht mit der Zeit

Mit der „Werkbundstadt“ in Berlin erfindet sich der Werkbund neu. Kopf des Projekts ist der Architekt Paul Kahlfeldt. Als Moderator und Stratege hat er eine Gruppe von Architekten zusammengeführt und betreibt mit ihnen die Wiedergeburt einer großen Idee: Gestalter und Hersteller entwickeln ein zukunftsweisendes Wohnquartier – mit konservativem Anstrich.

Die Elbphilharmonie – Symphonie aus Stahl und Glas

Die Hamburger Elbphilharmonie ist das deutsche Architekturereignis 2017. Der schwungvolle Bau leuchtet als neues Wahrzeichen der Stadt. Die Akustik im Saal ist atemberaubend.

Selten sind die Gebäude, die uns Staunen lehren. Die Hagia Sophia in Istanbul mag dazugehören, die gotischen Kathedralen in Frankreich oder einige Bauten von Frank Gehry. Und nun also die Elbphilharmonie, ein Konzerthaus, das im pragmatischen Hamburg steht und dort ausgerechnet auf einem alten Speicher im Hafen. Tatsächlich ist die „Elphi“, wie sie liebevoll genannt wird, ein unwahrscheinliches Gebäude. Das räumt sogar Jaques Herzog ein, einer der Architekten. Was umso mehr erstaunt, als sein Büro Herzog & de Meuron schon titanische Projekte wie das Olympiastadion in Peking, die Allianz Arena in München und das Museum Tate Modern in London realisiert hat. Was könnte so erfahrene Architekten noch überraschen?
Hamburg konnte es.

Die Grenze war nur der Himmel

Wirtschaftswunder und Wiederaufbau werden nicht unbedingt mit überbordender Phantasie in Verbindung gebracht. Doch was im Westdeutschland der Nachkriegsjahre an Sakralbauten entstand, kann durchaus als ein Architekturwunder gefeiert werden. Eines, das den Vergleich mit spektakulären Großbauten der Gegenwart nicht zu scheuen braucht. Denn die deutschen Kirchen der 50er- und 60er-Jahre, das zeigt ein genauerer Blick, sind gestalterische Juwelen und Zeichen von Freiheit und Aufbruch. Was für erregende Formen, was für magische Räume haben die Baumeister jener Jahre entworfen – vom Zeltdach bis zum spannungsvollen Betongebirge. Was für Lichteffekte haben sie, oft im Zusammenspiel mit Künstlern, integriert. Und was für Mengen von Kirchen sind da entstanden! Von 1948 bis Anfang der 60er-Jahre wurden in der Bundesrepublik Deutschland rund achttausend Sakralbauten errichtet – mehr als in den vierhundert Jahren zuvor. Der Grund für den erstaunlichen Bauboom: Zerstörungen des Krieges, moderne Bautechniken, der Wohlstand der Wirtschaftswunderjahre und eine Suche nach Sinn, auf der man hoffte, in den Kirchen eine Antwort zu finden. Die besten Architekten des Landes, darunter die beiden einzigen deutschen Pritzker-Preisträger, Gottfried Böhm und Frei Otto, arbeiteten an diesem Architekturwunder mit. Auch Sep Ruf, Egon Eiermann, Hans Scharoun und Paul Schneider-Esleben – hoch geschätzte und international renommierte Baumeister – haben in jenen Jahren sakrale Räume geschaffen. In vielen Provinzgemeinden und Wohnvierteln stehen so Meisterwerke, die sich heute nur noch Metropolen an zentraler Stelle leisten würden, und warten auf ihre Wiederentdeckung. Da ist die wulstige Kirche St. Rochus in Düsseldorf, die von Paul Schneider-Esleben 1954 realisiert wurde. Mit ihrer dreigeteilten eiförmigen Kuppel sorgt sie bis in die Gegenwart hinein immer wieder für Kontroversen. Da sind die Betongebirge von Gottfried Böhm in Saarbrücken, Neviges und Köln, die eher an Großplastiken als an funktionale Räume erinnern. Und selbst heute vergessenen Architekten wie Georg Rasch und Winfried Wolsky gelangen so spektakuläre Orte wie der der Auferstehungskirche in Köln-Buchforst (1965 bis 1968). Von der Spitze einer Pyramide fällt dort Licht durch eine verglaste Fuge in den Raum. Es inszeniert und u?berh.ht auch die Betonwände und deren kräftige Struktur. „Kein Architekturzweig entwickelt so zukunftsweisende, moderne Bauformen wie der Kirchenbau“, bemerkte bereits 1963 „Der Spiegel“. Und wunderte sich zugleich: „Moderne Architektur, die einst von der Kathedrale des Sozialismus, dem Dessauer Bauhaus, ausgegangen ist, findet heute im Kirchenbau mehr Spielraum der Phantasie als im profanen Bau.“ Das große Vorbild fu?r die Nachkriegskirchen war die Pilgerkirche Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp von Le Corbusier…

Der Flora und Fauna abgeschaut

Effiziente Architektur orientiert sich zunehmend an Konstruktionsprinzipien der Natur. Neue Strukturen der Bau-Bionik werden möglich einen rechnerischen Trick: Parametrische Design, das die DNA für Gebäudeformen definiert. Architektur &Wohnen 2/15

Neue Deutsche Welle

Architektur & Wohnen 1/2014 Das Spektrum dieser Generation ist riesig: Junge deutsche Architekten konziperen intelligente Lowtech-Bauten, schaffen auf auf schwierigen Grundstücken originelle Häuser oder propagieren mit Membranen nachhaltige Leichtbauweise. Allen gemeinsam ist, dass sie sich problemorientiert und unideologisch geben und nicht – wie die Stararchitekten der Neunzigerjahre – auf eine wiedererkennbare Formensprache setzen.  Sechs Büros […]

„Kulturbauten sind für Städte lebenswichtig“

Architektur & Wohnen 3/13 Interview mit Matthias Sauerbruch. Der Architekt kuratiert in Berlin die Ausstellung „Kultur: Stadt“ und setzt sich mit dem Einfluss spektakulärer Architektur auf die Stadtentwicklung auseinander. A&W: Kulturbauten geben Metropolen Glanz, stehen aber auch unter dem Verdacht von Geldverschwendung und Inkompetenz, wie derzeit die Hamburger Elbphilharmonie. Welche Haltung nimmt ihre Ausstellung zu […]

Sommerhaus mit zwei Gesichtern

Architektur & Wohnen 4/09 Ein bescheidenes altes Soldatenhaus bei Göteborg baute der schwedische Top-Architekt Gert Wingardh Schritt für Schritt zum Feriensitz für seine Großfamilie aus – einereseits ganz unaufdringlich und ländlich, andererseits radikal modern. Der Umbau ist unsichtbar. Wer den Architekten Gert Wingardh in seinem Sommerhaus bei Göteborg besucht, meint zunächst vor einem alten, zumindest […]

Im Hafen zu Hause

Architektur & Wohnen 1/09 Dreißig Meter Fensterfront zum Rhein und den Güterbahnhof im Rücken. Der Schweizer Fotograf und Kurator Onorio Mansutti lebt als einziger Bewohner im Basler Hafen Vom Playboy zum Wohltäter, vom Arbeiterkind zum Großgastronomen, vom Star-Fotografen zum Künstler – wollte man die Karriere des Onorio Mansutti in Schlagworten umreißen, fallen einem vor allem […]